Steckbrief

Ausbildung und beruflicher Werdegang
Die besonderen Forschungsschwerpunkte von Prof. Chitwood sind das (ost-)römische Recht, das byzantinische Mönchtum, die Verhältnisse zwischen Byzanz und dem Nahen Osten, das Stiftungswesen und die Digital Humanities. In den ersten Jahren nach seiner Dissertation veröffentlichte Prof. Chitwood eine Monographie zum Recht und zur Rechtskultur in Byzanz zur Zeit der Makedonischen Dynastie (867–1056) sowie Beiträge zu verschiedenen Aspekten des byzantinischen Rechts. Seine interdisziplinären Kompetenzen zeigt er als Mitautor der Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften (3 Bde., Berlin 2014–2017) sowie als Herausgeber der Zeitschrift Endowment Studies (seit 2017).
Bis 2025 hat Prof. Chitwood ein weiteres groß angelegtes Projekt durchgeführt: den ERC-Starting Grant MAMEMS „Mount Athos in Medieval Eastern Mediterranean Society: Contextualizing the History of a Monastic Republic (ca. 850-1550).“ Auch bei diesem Vorhaben wurde ein starker Digital Humanities Aspekt berücksichtigt, indem eine prosopographische Datenbank mit der Software OpenAtlas erstellt wurde.
Prof. Chitwood ist Principal Investigator des neuen rechtsgeschichtlichen Projekts NOMOS („The Challenge of Islam and the Transformation of Eastern Christian Normative Regimes, ca. 630–1100”), das durch einen Consolidator-Grant des European Research Council (ERC) finanziert wird (2025–2030). In diesem Vorhaben wird der Rechtsstand von Muslimen in vier ostchristlichen Rechtstraditionen (koptischem Ägypten, Armenien, Byzanz und der syrischen Welt) vor dem Ersten Kreuzzug untersucht. Zudem werden Module für die KI-unterstützte Lesung von Handschriften in vier Sprachen (Armenisch, Griechisch, Koptisch und Syrisch) entwickelt.
In der Lehre versucht Prof. Chitwood, die starke Tradition der Münchner Byzantinistik in den Hilfswissenschaften mit neuester Technik zu verbinden, etwa Prosopographie mit OpenAtlas oder Paläographie mit Transkribus. Thematisch wird nicht nur die herkömmliche Geschichte und Kultur von Byzanz erforscht, sondern es wird auch ständig nach Verflechtungen mit anderen Kulturen des Mittelalters gesucht. Am Lehrstuhl wird zudem viel Wert auf die enge Zusammenarbeit mit der spätantiken und byzantinischen Kunstgeschichte sowie der Neogräzistik gelegt. So sind gemeinsame Exkursionen nach Ägypten (Herbst 2025) und Venedig (Sommer 2026) geplant.