Iranistik

Schon gewusst
… dass Paradies ein persisches Lehnwort ist?
… dass es seit Jahrhunderten iranische Miniaturmalereien gibt, die homoerotische Beziehungen abbilden?
… dass ein iranischer König das Babylonische Exil beendete und Gesetze erließ, die als Vorläufer der Menschenrechte gelten?

Die Iranistik umfasst zunächst sämtliche Forschungsthemen, die das Iranische Hochland betreffen – die Region zwischen Zweistromland und Zentralasien, zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf.

Allerdings lassen sich Kulturen kaum geographisch eingrenzen. Das seit dem 8./9. Jh. unserer Zeitrechnung verbreitete Neupersische (Fārsī) etwa wurde über viele Jahrhunderte vom Balkan bis nach China als Verkehrssprache genutzt. Auch dafür können sich Iranist*innen interessieren.

Die Fachbezeichnung täuscht daher leicht darüber hinweg, dass auch heute noch in vielen Ländern außerhalb Irans Variationen des Neupersischen gesprochen werden (z. B. Darī in Afghanistan, Tāǧīkī in Tadschikistan), diese Länder kulturelle Gemeinsamkeiten aufweisen und ihre Geschichte teilen.

Neupersisch ist keinesfalls die einzige Sprache in Iran. Mehrsprachigkeit, Migrationsbewegungen und kulturelle sowie religiöse Vielfalt (wie auch daraus entstehende Konflikte) sind daher weitere Themen, die das Fach behandelt.

Karte des Iran und der angrenzenden Länder

© Iranistik_LMU

Forschungsschwerpunkte

Wir am Institut für den Nahen und Mittleren Osten begreifen uns als Historiker*innen und Philolog*innen, die sich Vergangenheit und Gegenwart vor allem anhand von Texten aller Art annähern (ob sie, um nur zwei Beispiele zu nennen, den ersten iranischen Frauenzeitschriften oder höfischen Chroniken entstammen). Wir forschen schwerpunktmäßig zum 7. bis 20. Jahrhundert, legen aber gleichermaßen Wert auf den Bezug zur Gegenwart.

Über besondere Expertise verfügen wir im Bereich der persischen Literatur (Prosa wie Dichtung) und der persischen Paläographie.

Zudem ist materielle Kultur Teil unserer Forschung, vor allem schrifttragende Objekte, die etwas über den Alltag der Menschen in der Vergangenheit aussagen. Das können beispielsweise Amulette sein, die über die alltäglichen Nöte und Wünsche der Menschen Aufschluss geben und zeigen, wie sich Formen und Symbole über Jahrhunderte hinweg tradierten.

Blick über die Skyline der iranischen Stadt Yazd

© Iranistik_LMU

Lehre

Beim Spracherwerb liegt der Fokus auf dem soliden Erwerb des Neupersischen/Fārsī. Außerdem bieten wir Kurse in Darī und gelegentlich in Kurdisch (Kurmandschi) an. Im Sprachunterricht trefft ihr auf Muttersprachler*innen und exzellente Nichtmuttersprachler*innen gleichermaßen – um einerseits die perfekte Aussprache zu trainieren, andererseits zu sehen, dass Jede*r eine neue Sprache auf hohem Niveau erlernen kann.
Vergangene und aktuelle Lehrveranstaltungen umfassen unter anderem:

Themengebiete

BachelorMaster
  • Frauen in der iranischen Geschichte
  • Recht und Gesetz in der persophonen Welt
  • Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts
  • Persische Paläographie
  • Medien- und Literatursprache
  • Zeitungslektüre / Film / Musik
  • Sprachen und Schriften der
    iranischen und türkischen Welten
  • Heilige Orte und Pilgerstätten im Iran
  • Materielle Kultur Irans
  • Die Reise als Thema persischer Literatur:
    Einblicke in die Geschichte persischer Reiseberichtschreibung

Unser Team

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Prof. Dr. Leila Rahimi Bahmany

Gastprofessorin

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Dr. Christl Catanzaro

Lehrkraft für besondere Aufgaben

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Dr. Alberto Tiburcio

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / DFG "Eigene Stelle"

Sarah_Kiyanrad_Portrait
Dr. Sarah Kiyanrad

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Angela Parvanta, M.A.

Lehrbeauftragte

Alice Zanini, B.A.

Studentische Mitarbeiterin