Gewalt, Flucht und Exil (2018-2020)

Trauma in der arabischen Welt und in Deutschland

Das Projekt

Der multilaterale Hochschuldialog "Gewalt, Flucht und Exil: Trauma in der arabischen Welt und in Deutschland" der LMU München mit vier palästinensischen Universitäten, der Birzeit University (Bir Zeit), der Bethlehem University, der An-Najah National University (Nablus) und dem Dar al-Kalima University College (Bethlehem), sowie zwei libanesischen Universitäten, der American University of Beirut und der Lebanese American University (Beirut), zielt auf die Schaffung einer interdisziplinären Forschungsgruppe von deutschen, palästinensischen und libanesischen Studierenden. Die Forschungsgruppe setzt sich in nationaler und ländervergleichender Perspektive mit traumatischen Gewalterfahrungen und deren Bewältigung in Deutschland und in der arabischen Welt auseinander. Gefördert im Rahmen des Hochschuldialogs mit der islamischen Welt des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) durch Mittel des Auswärtigen Amtes.

Neben den Projektkoordinatoren Sarah El Bulbeisi (München), Fardous Salameh (Ramallah) und Hrag Vosguerichian (Beirut) umfasst die Forschungsgruppe 14 Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen aus den drei Ländern. Diese arbeiten unter Betreuung erfahrener WissenschaftlerInnen zu den drei Feldern "Religion", "Geschlecht und Generation" sowie "Öffentliche und private Räume", anhand derer der übergeordnete Themenkomplex "Gewalt, Flucht und Exil: Trauma in der arabischen Welt und in Deutschland" bearbeitet werden soll.

Durch die intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit wird ein beispielgebender Raum geschaffen, in dem sich Studierende und junge Wissenschaftler mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund persönlich begegnen. In Methodenseminaren und Forschungskolloquien sollen die Studierenden sich Kenntnisse und Qualifikation in Theorie und Praxis erwerben. Über den akademischen Austausch und die gemeinsame wissenschaftliche Auseinandersetzung mit traumatischer Vergangenheit und Gegenwart sollen Teilnehmende aus Deutschland und dem arabischen Raum Erfahrungen des jeweils anderen machen und die eigene kulturelle Einstellung reflektieren. Über die gemeinsame wissenschaftliche Auseinandersetzung sollen zudem enge Kontakte zwischen den Studierenden herausgebildet werden, die in den Folgejahren den Boden für künftige Forschungsnetzwerke zwischen den drei Ländern bereiten.

Die Gruppe wird wissenschaftlich unterstützt von Supervisoren aus den Kultur- und Politikwissenschaften, der Kultur- und Sozialanthropologie sowie der Soziologie und den Gender Studies. Diese interdisziplinäre Multilateralität dient nicht nur der akademischen Qualität und Originalität des Projekts, sondern befördert vor allem die fächer- und hochschulübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung in und zwischen den drei Ländern. Neben der Interdisziplinarität und Multilateralität, mittels derer fachliche und hochschulpolitische Grenzen überwunden werden, liegt eine weitere Besonderheit des Projekts in der Stärkung der Süd-Süd-Kooperation zwischen Palästina und Libanon. Eine zentrale Rolle spielt die Ermöglichung der Begegnung und des Dialogs zwischen Studierenden und WissenschaftlerInnen, deren Zusammenkommen aufgrund der politischen Umstände normalerweise nur sehr schwer möglich ist.

Das Projekt bildet eine länderübergreifende Plattform, auf der junge Nachwuchswissenschaftler innovativ und anwendungsorientiert arbeiten können. Darüber hinaus nehmen die Studierenden an einer Reihe von Förder- und Ausbildungsmassnahmen teil und wirken ihrerseits als Multiplikatoren im libanesischen und palästinensischen Hochschulwesen. Geplant sind auch Strukturbildungsprozesse durch den Aufbau einer online Forschungsplattform.

Personen

Projektkoordination

  • Nadine Löhr (München)
  • Hrag Vosgerichian (Beirut)

Teilnehmer

  • Ahmed Sukker (Gaza/ Berlin)
  • Ali Kassem (Sussex)
  • Areej Faza (Jenin)
  • Azzam To´meh (Beirut)
  • Barbara Kirsch (München/ London)
  • Dana Farraj (Marseille)
  • Ghina Abi-Ghannam (Beirut)
  • Hussein Chokr (Beirut)
  • Issabella Aburakia
  • Jude Wafai (Beirut/ Chicago)
  • Linda Huke (Berlin)
  • Luisa Meyer (Beirut)
  • Marah Hanoon (ramallah)
  • Marwa Bakabas (Beirut)
  • Susanne Eckstein (Köln)
  • Watfa Najdi (Beirut)

Projektassistenz

  • Johannes v. Stieglitz (München)

Events

  • März 1-3, 2019: Workshop on Violence and Ideology with Prof. Nadia Bou Ali (AUB, Beirut) in München
  • September 24-26, 2019: Workshop on Identity in Exile and Diaspora with Dr. Paul Tabar (Lebanese American University, Beirut) in Tunis
  • Dezember 11-15, 2019: Workshop on Collective Action, Social Movements, and Civil Society in München