MAJLIS

Die Transformation der arabischsprachigen jüdischen Literatur in der islamischen Welt

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Ronny Vollandt
Gefördert durch:
ERC
Laufzeit:
2021–2026

In der Vormoderne lebten schätzungsweise 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung unter muslimischer Herrschaft. Im Laufe der Jahrhunderte übernahmen diese jüdischen Gemeinschaften das Arabische für weite Bereiche ihrer mündlichen und schriftlichen Kommunikation. Zugleich griffen sie Konzepte und Methoden ihres intellektuellen Umfelds auf. Daraus erwuchs eine der produktivsten Epochen der jüdischen Literaturgeschichte. Trotz ihrer Bedeutung blieb die judaeo-arabische Literatur jedoch bis in die jüngste Zeit unzureichend erforscht. Schwer zugängliche Quellen, voneinander getrennte Forschungstraditionen und politische Gegensätze erschwerten ihre wissenschaftliche Erschließung.

MAJLIS untersucht erstmals umfassend, wie die Übernahme der arabischen Sprache die jüdische Literatur vom 9. bis zum 11. Jahrhundert grundlegend veränderte. Im Mittelpunkt steht die arabischsprachige Literatur der Karäer, einer jüdischen Gelehrtenbewegung, deren religiöses und intellektuelles Zentrum, die Akademie von Jerusalem, diesem Wandel entscheidende Impulse gab.

Mithilfe moderner digitaler Methoden analysiert das Projekt die an der Akademie entstandenen Handschriften und verfolgt dabei drei zentrale Ziele:

Den Wandel jüdischer Literatur nachzeichnen: Das Projekt untersucht die literarischen Veränderungen im Vergleich zu rabbinischen Literaturmodellen. Besonderes Augenmerk gilt der Konzeption und Herstellung von Texten, den Formen von Autorschaft sowie der Einordnung der Werke in übergreifende Wissensordnungen.

Gelehrte und ihre Netzwerke erforschen: Das Projekt identifiziert die prägenden Gelehrten der Akademie und untersucht ihre geografische Herkunft, ihre beruflichen Netzwerke und ihre institutionelle Einbindung.

Die Akademie in ihrem historischen Umfeld verorten: Die Jerusalemer Akademie und ihre Literatur werden mit zeitgenössischen nichtjüdischen Institutionen und literarischen Traditionen verglichen.

MAJLIS führt judaistische und islamwissenschaftliche Expertise zusammen und nutzt Quellen, die inzwischen in bislang beispiellosem Umfang zugänglich sind. Damit soll das Projekt unser Verständnis der jüdischen Literaturgeschichte grundlegend erweitern und zugleich verdeutlichen, dass die Bedeutung des jüdischen Erbes im Nahen Osten über die Grenzen einzelner Religionsgemeinschaften und Staaten hinausreicht.

Das Projekt wurde vom Europäischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 der Europäischen Union gefördert (Finanzhilfevereinbarung Nr. 101002243).

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© erc

Beteiligte

Ronny Vollandt
Prof. Dr. Ronny Vollandt

Professor für Judaistik, Studiendekan für Ethnologien und Naher Osten

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Dr. des. Sophia Schmitt

Research Fellow

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Dr. Gregor Schwarb

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Dr. phil. Maximilian de Molière

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Nadine Urbiczek, M.A.

Doktorandin

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Lea Poralla, B.A.

Studentische Mitarbeiterin

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Emine Melike Sezer, B.A.

Studentische Mitarbeiterin

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Sara Malik Mattutat, B.A.

Studentische Mitarbeiterin

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Dr. des. Hanna Zoe Trauer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Noah Kurowski
  • Nick Posegay
  • Jasper Bernhofer
  • Annabelle Fuchs
  • Jakob Shub
  • Mai Russo
  • Maxim Rozen