Verflechtung, Vermittlung, Vernetzung
Jüdisch-Arabische Verflechtungsgeschichte in gesellschaftlicher Anwendung und institutioneller Vernetzung
Jüdisch-Arabische Verflechtungsgeschichte in gesellschaftlicher Anwendung und institutioneller Vernetzung
Über viele Jahrhunderte hinweg lebte die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung unter muslimischer Herrschaft und sprach Arabisch. Dennoch wurden die jüdisch-arabischen Beziehungen in der modernen Forschung häufig durch gegensätzliche Deutungsmuster betrachtet: als Geschichte von Konflikten oder als Beispiel eines harmonischen Zusammenlebens. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Jenseits von Konflikt und Koexistenz. Eine Verflechtungsgeschichte der jüdisch-arabischen Beziehungen“ (2022–2026) setzte sich zum Ziel, diese polarisierten Narrative zu überwinden und die vielfältigen historischen Verflechtungen zwischen jüdischen und arabischen Gesellschaften sichtbar zu machen.
In sechs Postdoc-Projekten an den Universitäten München, Heidelberg und Halle untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die gemeinsamen und miteinander verflochtenen religiösen, intellektuellen, sprachlichen, sozialen und kulturellen Lebenswelten von Juden und Muslimen. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von der Entstehung des Islam im 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
An diese Forschungsarbeiten knüpft das Transfervorhaben „Verflechtung, Vermittlung, Vernetzung: Jüdisch-Arabische Verflechtungsgeschichte in gesellschaftlicher Anwendung und institutioneller Vernetzung“ an. Es verfolgt das Ziel, die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse sowohl einer breiteren Öffentlichkeit als auch der akademischen Gemeinschaft zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung von Bildungs- und Vermittlungsangeboten sowie der Aufbau nachhaltiger wissenschaftlicher Netzwerke. Auf diese Weise sollen die Judaistik, die Islamwissenschaft und die Nahostwissenschaften gestärkt und neue Perspektiven auf die gemeinsame Geschichte jüdischer und arabischer Gesellschaften eröffnet werden.