Forschungsschwerpunkte

  • Türkei

  • Erinnerungskultur

Promotionsprojekt

Erinnerungskultur: am Beispiel der jüdischen Gemeinschaft von Izmir nach 1923

Projektleitung: Prof. Dr. Mehmet Hacısalihoğlu

Das Osmanische Reich und die folgende Türkische Republik hat im Zuge der Nation Bildung, ihre Erinnerungskultur außer in einer bestimmten Richtung gänzlich vernachlässigt.Die Erinnerung an die Zeit des Befreiungskrieges, der Kult um die Person von Mustafa Kemal Atatürk ist das einige, woran man sich in der türkischen Gesellschaft erinnert und aus der man die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Mein Anliegen ist es, die Erinnerung an die heute fast verschwundene nicht Muslimische Gesellschaft zu erinnern. Dafür will ich mich besonders an die Erinnerung der jüdischen Gesellschaft am Beispiel Izmir konzentrieren.

In der Methodik will ich nach der Einleitung eine kurze Geschichte der jüdischen Gemeinde der Stadt Izmir, mit Schwerpunkt nach der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert, die Ereignisse während und nach dem ersten Weltkrieg, die Zeit der griechischen Besatzung und der Befreiung in1922, beschreiben. Als erstes Kapitel des Hauptteles will ich die erneute Lage und Stellenwert der Juden in der neuen jungen Türkischen Republik beschreiben. Dabei will ich den öfters und gern zitierten Neuanfang der türkischen Nation beleuchten, um zu zeigen, dass es keine Stunde „Null“ gab, sondern es sich um eine flüssige Folge der Geschichte handelte. Die Ereignisse aus Sicht der Juden in dieser so genannten „eine Partei“ Periode und die Folgen für diese Gemeinde sind der Schwerpunkt des Kapitels.

Den Abschnitt will ich mit einer Beschreibung der Lage um die jüdische Gemeinde beenden. Im zweiten Kapitel will ich das Erbe der Juden als Gemeinde und wenn möglich mit einigen jüdischen Personen beschreiben. Das jüdische Leben hat in Izmir ihre Spuren hinterlassen. Die Auswertung dieser Erinnerungsorte und wer diese Orte besucht, wer sich überhaupt erinnert und wer die Vergangenheit der Juden in der Stadt vergessen will, sind meine nächsten Ziele.

Zu diesem Zweck werde ich in meinen Besuchen in Izmir versuchen mit jüdischen, wie auch mit nicht jüdischen Personen Gespräche zu führen. Da die Stadt mit ihrem großen Hafen sehr stark mit den umgebenen Städten verbunden ist, sollten diese in der Beschreibung auch eine Rolle spielen. Im dritten Teil will ich die oben beschriebenen Erkenntnisse aus der Sicht der Erinnerungskultur im Sinne von Pierre Nora, Aleida und Jan Assmann analysieren.