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Oktober 2020: Pompeji
Die erste Kampagne mit studentischer Beteiligung fand für zwei Wochen im Herbst 2020 (also während des ersten Covid-Jahres) im Parco Archeologico in Pompeji statt, im Depot der Casa Bacco und im Depot des Antiquarium von Boscoreale. Der Fokus lag hierbei aus den Bronzeobjekten aus dem Hortfund im Triklinium EE der Casa di Giulio Polibio. Die Objekte wurden zunächst fotografiert, metallurgisch untersucht und in unsere Datenbank aufgenommen.
Da das Triklinium EE für einen virtuellen Rundgang in der Ausstellung im 3D-Modell nachgebaut werden sollte, wurden einige der Bronzefunde aus diesem Raum, unter anderem der tabletttragende Kouros, 3D gescannt.
Beteiligte: Ruth Bielfeldt, Alessandra Giumlia-Mair, Josef Mair, Manuel Hunziker, Marco Rossini, Moritz Baiter, Philippa Maske, Magda Valsamidou, Amelie Lutz
Oktober 2021: Neapel
Eine weitere zweiwöchige Kampagne führte uns in das Museo Archeologico Nazionale in Neapel, wo wir vor allem eine Auswahl an Bronzelampen untersuchten, daneben allerdings auch Lampenständer in Baumform, Tintinnabula und die Bronzeobjekte aus dem Lararium der pompejanischen Casa della Fortuna. Neben der metallurgischen Analyse und der fotografischen Dokumentation wurden die Objekte für unsere interne Datenbank vermessen und umfassend beschrieben.
Dabei widmeten wir uns auch der Frage nach neuzeitlichen Pasticci des 19. Jahrhunderts. Auch bei dieser Kampagne war wieder ein 3D-Scan-Team dabei, das diesmal vor allem einzelne Lampen gescannt hat, damit diese für Licht-Experimente und Hands-On-Stationen in der Ausstellung reproduziert werden konnten.
Abschließend war es auch ein Ziel, Beleuchtungsobjekte für die Ausstellung auszuwählen und für den Transport nach München vorzubereiten.
Beteiligte: Ruth Bielfeldt, Alessandra Giumlia-Mair, Josef Mair, Susanne Pfisterer-Haas, Susanne Bosche, Johannes Eber, Manuel Hunziker, Magda Valsamidou, Silvia Amadori, Berglind Hatje, Moritz Baiter, Philippa Maske, Philipp Schermer, Laura Zinn, Amelie Lutz
Oktober 2023: Ercolano
Im Anschluss an die Ausstellungen in München und Rom sollten nun auch bronzene Beleuchtungsgeräte aus Herculaneum im Anschluss an eine universitäre Kampanien-Exkursion in einer einwöchigen Kampagne im Parco Archeologico Ercolano erfasst werden. Die Datenbank wurde hierbei um eine Auswahl an Bronzelampen aus Herculaneum ergänzt, um ein umfassenderes Bild der Beleuchtungsmittel der Vesuvregion zu gewinnen und anhand des Erhaltungszustandes Unterschiede zu pompejanischen Bronzeobjekten nachvollziehen zu können.
Nach der Vorbereitung der zwei erfolgreichen Ausstellungen hatten wir ein deutlich besseres Verständnis für die Bronzelampen und konnten auch dank des entgegenkommenden Teams von Ercolano effizient arbeiten und neue Erkenntnisse erlangen.
Beteiligte: Ruth Bielfeldt, Johannes Eber, Ulrich Hofstätter, Charlie Langbehn, Fiora Brehme, Xaver Reich, Marileo Cagnoli, Amelie Lutz
März 2024: Ercolano & Pompeji
Die vierte Kampagne im Frühjahr 2024 widmete sich zwei Wochen lang ausschließlich den bronzenen Kandelabern, die bislang noch nicht explizit im Fokus standen. Hierzu verbrachten wir jeweils eine Woche im Parco Archeologico Ercolano und in der Casa Bacco im Parco Archeologico Pompeji. Ziel war es, die gesamten Bestände an Kandelabern in den beiden Vesuvstädten vollständig zu erfassen, um eine aktualisierte Typologie für diese Region zu erarbeiten. So konnten wir die sämtlichen 101 Kandelaber ausführlich dokumentieren, vermessen und fotografieren. Anhand der Technik, der Dekorelemente und des Erhaltungszustandes ließen sich zudem wichtige Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Herculaneum und Pompeji festzustellen und sogar lokale Werkstätten identifizieren. Die sekundäre Bearbeitung der Objekte ermöglichte uns bedeutende Einblicke in die Reparatur- und Recyclingpraktiken der Antike. Hier gewannen wir auch weitere wichtige Erkenntnisse zu neuzeitlichen Pasticci und den vielfältigen Restaurierungsmethoden des letzten Jahrhunderts.
Ein weiteres Ziel der Kampagne war die Untersuchung des Lichts in der pompejanischen Wandmalerei. Bei gemeinsamer Besichtigung unterschiedlicher Wohnhäuser wie der Casa delle Nozze d’Argento erörterten wir die Licht- und Schattengestaltung der Wandmalerei und das Zusammenspiel von natürlichem Lichteinfall bzw. künstlichem Licht in den Räumen. Hierdurch ergaben sich weitere aufschlussreiche Perspektiven hinsichtlich der Funktion und Raumwirkung der Wandmalereien sowie der künstlichen Beleuchtungsmittel.
Beteiligte: Ruth Bielfeldt, Ulrich Hofstätter, Charlie Langbehn, Marileo Cagnoli, Alissa Kobayashi, Pia Kruszewski, Korbinian Ring, Amelie Lutz