Das Siwa Oasis Archaeological Project (SOAP)

Dokumentation, Erforschung und Erhaltung des Tempels von Umm ʿUbayda, Ägypten Dr. Kristina Junker

Der erhaltene Pronaos des Tempels von Umm ʿUbayda mit Relief- und Inschriftenfeldern. Foto: K. Junker, 2022.

Der Tempel von Umm ʿUbayda

Das Siwa Oasis Archaeological Project (SOAP) widmet sich der Erforschung, Dokumentation und langfristigen Erhaltung des Tempels von Umm ʿUbayda in der Oase Siwa im Nordwesten Ägyptens. Das Heiligtum gehörte zur sakralen Landschaft des antiken Ammoneion und stand in enger Beziehung zum berühmten Amun-Orakel von Aghurmi.

Von dem einst monumentalen Bau sind heute nur noch Teile des Pronaos sowie ein weitläufiges Feld architektonischer Fragmente erhalten. Das Projekt verbindet daher archäologische Grundlagenforschung mit digitaler Dokumentation, präventiver Konservierung und langfristigem Site Management.

SOAP wird in enger Zusammenarbeit mit dem Supreme Council of Antiquities (SCA) in Ägypten durchgeführt. Die wissenschaftliche Koordination liegt bei Dr. Kristina Junker am Institut für Klassische Archäologie der LMU München. Die Pilotphase 2026 wird durch die Gerda Henkel Stiftung im Rahmen der Förderinitiative „Patrimonies“ gefördert.

Forschung und digitale Dokumentation

Das Siwa Oasis Archaeological Project knüpft an die zwischen 1993 und 2009 unter der Leitung von Dr. Klaus-Peter Kuhlmann durchgeführten Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo an. Diese Arbeiten haben die Architektur, die Grabungsbefunde und die außergewöhnlichen Inschriften des Tempels erstmals systematisch dokumentiert.

Ein zentraler Bestandteil von SOAP ist die Sicherung, Erschließung und wissenschaftliche Auswertung dieses umfangreichen Archivs. Pläne, Fotografien, Grabungsnotizen und Funddokumentationen aus dem Archiv des DAI Kairo werden digital zusammengeführt und mit den aktuellen Befunden vor Ort verknüpft. Auf diese Weise entsteht eine belastbare Grundlage für die Publikation des Monuments sowie für zukünftige Konservierungsmaßnahmen.

Ergänzend wird der heutige Zustand des Heiligtums mit Photogrammetrie, GIS und hochauflösender Fotodokumentation erfasst. Besonderes Augenmerk gilt den gefährdeten Relief- und Inschriftenfeldern sowie den offenen Grabungsbereichen.

Erhaltung und Site Management

Die erhaltenen Baureste sind durch Salzbelastung, Feuchtigkeit, Witterung, offene Grabungsschnitte und Besucherdruck gefährdet. SOAP dokumentiert diese Risiken systematisch und entwickelt gemeinsam mit den ägyptischen Partnern Grundlagen für einen langfristigen Schutz des Areals.

Im Vordergrund stehen nicht-invasive Untersuchungen, die Sicherung gefährdeter Bereiche sowie die Vorbereitung eines nachhaltigen Konservierungs- und Besucherlenkungskonzepts.

Siwa zwischen Ägypten, Kyrenaika und dem Mittelmeer

Der Tempel von Umm ʿUbayda ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der spätzeitlichen ägyptischen Sakrallandschaft, sondern auch für die Klassische Archäologie von besonderem Interesse. Griechische Inschriften, importierte Keramik und Hinweise auf eine römische Nachnutzung des Areals verweisen auf die Einbindung der Oase Siwa in überregionale Kontakt- und Austauschräume.

Sie eröffnen neue Perspektiven auf die Beziehungen zwischen dem Niltal, Kyrenaika und dem Mittelmeerraum sowie auf die langfristige Nutzung und Umdeutung des Heiligtums über seine ursprüngliche pharaonische Bau- und Kultphase hinaus. Die Bearbeitung der Fundmaterialien und Archive soll diese Verflechtungen künftig genauer erschließen.

Zusammenarbeit und Ausbildung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Arbeit mit den lokalen Fachbehörden. Mitarbeitende des Supreme Council of Antiquities werden in digitale Dokumentationsmethoden, Zustandsaufnahme und Fundbearbeitung einbezogen.

Zum Projektteam gehört auch Ronja Gruber, die die Bearbeitung und Auswertung der Keramik übernimmt. Die Keramikfunde aus den früheren Grabungen eröffnen wichtige Einblicke in die Nutzungsgeschichte des Heiligtums und in die überregionalen Verbindungen der Oase Siwa. Die Keramikbearbeitung soll zugleich als praktisches Ausbildungsmodul dienen.

Projektpartner

Supreme Council of Antiquities, Egypt

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Klassische Archäologie
Wissenschaftliche Koordination: Dr. Kristina Junker

Förderung
Die Pilotphase 2026 des Siwa Oasis Archaeological Project wird durch die Gerda Henkel Stiftung im Rahmen der Förderinitiative „Patrimonies“ gefördert.

Projektteam

Mohamed Ibrahim
GIS und räumliche Dokumentation

Ronja Gruber
Institut für Klassische Archäologie, LMU München
Keramikbearbeitung und Archivarbeit

Der Tempel von Umm ʿUbayda

Das Siwa Oasis Archaeological Project (SOAP) widmet sich der Erforschung, Dokumentation und langfristigen Erhaltung des Tempels von Umm ʿUbayda in der Oase Siwa im Nordwesten Ägyptens. Das Heiligtum gehörte zur sakralen Landschaft des antiken Ammoneion und stand in enger Beziehung zum berühmten Amun-Orakel von Aghurmi.

Von dem einst monumentalen Bau sind heute nur noch Teile des Pronaos sowie ein weitläufiges Feld architektonischer Fragmente erhalten. Das Projekt verbindet daher archäologische Grundlagenforschung mit digitaler Dokumentation, präventiver Konservierung und langfristigem Site Management.

SOAP wird in enger Zusammenarbeit mit dem Supreme Council of Antiquities (SCA) in Ägypten durchgeführt. Die wissenschaftliche Koordination liegt bei Dr. Kristina Junker am Institut für Klassische Archäologie der LMU München.

Forschung und digitale Dokumentation

Das Siwa Oasis Archaeological Project knüpft an die zwischen 1993 und 2009 unter der Leitung von Dr. Klaus-Peter Kuhlmann durchgeführten Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo an. Diese Arbeiten haben die Architektur, die Grabungsbefunde und die außergewöhnlichen Inschriften des Tempels erstmals systematisch dokumentiert.

Ein zentraler Bestandteil von SOAP ist die Sicherung, Erschließung und wissenschaftliche Auswertung dieses umfangreichen Archivs. Pläne, Fotografien, Grabungsnotizen und Funddokumentationen aus dem Archiv des DAI Kairo werden digital zusammengeführt und mit den aktuellen Befunden vor Ort verknüpft. Auf diese Weise entsteht eine belastbare Grundlage für die Publikation des Monuments sowie für zukünftige Konservierungsmaßnahmen.

Ergänzend wird der heutige Zustand des Heiligtums mit Photogrammetrie, GIS und hochauflösender Fotodokumentation erfasst. Besonderes Augenmerk gilt den gefährdeten Relief- und Inschriftenfeldern sowie den offenen Grabungsbereichen.

Erhaltung und Site Management

Die erhaltenen Baureste sind durch Salzbelastung, Feuchtigkeit, Witterung, offene Grabungsschnitte und Besucherdruck gefährdet. SOAP dokumentiert diese Risiken systematisch und entwickelt gemeinsam mit den ägyptischen Partnern Grundlagen für einen langfristigen Schutz des Areals.

Im Vordergrund stehen nicht-invasive Untersuchungen, die Sicherung gefährdeter Bereiche sowie die Vorbereitung eines nachhaltigen Konservierungs- und Besucherlenkungskonzepts.

Siwa zwischen Ägypten, Kyrenaika und dem Mittelmeer

Der Tempel von Umm ʿUbayda ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der spätzeitlichen ägyptischen Sakrallandschaft, sondern auch für die Klassische Archäologie von besonderem Interesse. Griechische Inschriften, importierte Keramik und Hinweise auf eine römische Nachnutzung des Areals verweisen auf die Einbindung der Oase Siwa in überregionale Kontakt- und Austauschräume.

Sie eröffnen neue Perspektiven auf die Beziehungen zwischen dem Niltal, Kyrenaika und dem Mittelmeerraum sowie auf die langfristige Nutzung und Umdeutung des Heiligtums über seine ursprüngliche pharaonische Bau- und Kultphase hinaus. Die Bearbeitung der Fundmaterialien und Archive soll diese Verflechtungen künftig genauer erschließen.

Zusammenarbeit und Ausbildung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Arbeit mit den lokalen Fachbehörden. Mitarbeitende des Supreme Council of Antiquities werden in digitale Dokumentationsmethoden, Zustandsaufnahme und Fundbearbeitung einbezogen.

Zum Projektteam gehört auch Ronja Gruber, die die Bearbeitung und Auswertung der Keramik übernimmt. Die Keramikfunde aus den früheren Grabungen eröffnen wichtige Einblicke in die Nutzungsgeschichte des Heiligtums und in die überregionalen Verbindungen der Oase Siwa. Die Keramikbearbeitung soll zugleich als praktisches Ausbildungsmodul dienen.

Projektpartner

Supreme Council of Antiquities, Egypt

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Klassische Archäologie
Wissenschaftliche Koordination: Dr. Kristina Junker

Projektteam

Mohamed Ibrahim
GIS und räumliche Dokumentation

Ronja Gruber
Institut für Klassische Archäologie, LMU München
Keramikbearbeitung und Archivarbeit

Umm Ubayda

  1. Der lokale Herrscher Wenamun vor dem Gott Amun, Ostwand des Pronaos.
  2. Zeichnung des Tempels von Umm Ubayda, 1820.
  3. Teilnehmende des QGIS-Workshops vor Ort in der Oase Siwa

Der lokale Herrscher Wenamun vor dem Gott Amun, Ostwand des Pronaos.

© Kristina Junker

Zeichnung des Tempels von Umm Ubayda, 1820. Es zeigt noch den erhaltenen Pronaos und eine Fassadenwand vor der Sprengung 1893.

© Junker

Teilnehmende des QGIS-Workshops vor Ort in der Oase Siwa 2024.

© Mustafa Tupev