Zur Person

Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre steht die Ethnologie des Politischen im Zentrum meiner Arbeit. Das begann mit der Feldforschung für meine Dissertation zu Ethnizität und Konflikten in der Stadt Gilgit im nordpakistanischen Hochgebirge. Mit Unterbrechungen habe ich seitdem immer wieder in Pakistan gearbeitet, zum Beispiel zum politischen Status der Hochgebirgsregion Gilgit-Baltistan im Kontext des Kaschmirkonflikts, oder zur Politik von „Natur“-Katastrophen, wie der Politik des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben von 2005 in Azad Kaschmir und der politischen Mobilisierung in der Folge des Attabad-Bergsturzes in Gojal.

Bereits in Gilgit war Migration für mich ein wichtiges Thema. Zentral wurde es bei meiner Arbeit über Aleviten in Deutschland, bei der es um die Mobilisierung von Diaspora und transnationale Anerkennungspolitik ging, aber immer auch um die Reflexion von Migrations- und „Integrations“-Politik in Deutschland. Zu verschiedenen Aspekten transnationaler Politik habe ich auch mit britischen Kaschmiris gearbeitet.

Aufgrund der zunehmend migrationsfeindlichen Politik, die Abschiebungen als eine Art Wundermittel betrachtet, mit der das „Migrationsproblem“ gelöst werden soll, habe ich zu Abschiebungen nach Pakistan und Afghanistan geforscht. Derzeit konzentriere ich mich vor allem auf Afghan*innen, die vor der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 für Menschenrechte und Demokratie arbeiteten, und denen von der Ampelregierung die Aufnahme in Deutschland zugesagt wurde, um sie vor der drohenden Verfolgung durch die Taliban zu schützen. Sie warten nun teilweise seit Jahren in Pakistan auf die Weiterreise nach Deutschland. Die aktuelle Bundesregierung hat viele dieser humanitären Zusagen zurückgenommen und verweigert den Betroffenen den versprochenen Schutz. Ich analysiere das als ein Beispiel für das Ende des staatlichen Humanitarismus, der sich auch in vielen andere Kontexten beobachten lässt.

Weitere Informationen

  • Oktober 2015 - September 2017 Prodekan der Fakultät für Kulturwissenschaften
  • Oktober 2013 - September 2015 Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften
  • seit Oktober 2008 Lehrstuhlinhaber für Ethnologie an der LMU München
  • 2005 - 2008 Assistenzprofessor am Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern
  • Mai 2005 Habilitation am Fachbereich Kulturgeschichte und Kulturkunde, Universität Hamburg
  • 1999-2005 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ethnologie der Universität Hamburg
  • Mai 1998 Kurzzeit-Gastdozent am Centre d'Études de l'Inde et de Asie du Sud, École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris
  • 1997-1999 Lehrbeauftragter am Institut für Ethnologie der Universität Hamburg
  • 1996 Promotion an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Tübingen
  • 1995 Mitarbeiter einer deutsch-ausländischen Begegnungsstätte in Hamburg-Altona, Kulturmanagement
  • 1991 - 1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethnologie der Universität Tübingen im DFG-Schwerpunktprogramm 'Kulturraum Karakorum'
  • 1990 Magisterabschluss
  • 1983 - 1990 Studium der Ethnologie, Philosophie und Romanistik (Spanisch) an der Universität Köln

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (2021-2023)
Vorsitzender der Ethikkommission für die Fächer Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunkation der Fakultät für Kulturwissenschaften (seit 2019)
Prodekan der Fakultät für Kulturwissenschaften (Oktober 2015 bis September 2017)
Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften (Oktober 2013 bis September 2015)
Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Ethnologie (2012-2019)
Vorstandsmitglied des Kompetenznetzwerks Crossroads Asia (2011--2016)
Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Orient-Instituts Istanbul (2011-2019)
Mitglied des Editorial Advisory Board der Zeitschrift Ethnos (seit 2008)

Forschungsschwerpunkt Pakistan


Prozesse der Subjektivierung und Selbst-Bildung von mit Familie geflüchteten Mädchen in Deutschland. Gefördert von der DFG, 2020-2022.
Zurück nach Pakistan - Die politische Ökonomie der Emotionen in der Remigration. Gefördert von der DFG, 2019-2022.
Spatial production and identity negotiations along Xinjiang’s roads. Teilprojekt des Kompetenznetzwerks Crossroads Asia. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2015-2016.
Wohlfahrt als ‚Kontaktzone‘ von Christ(inn)en und Staat: Erfahrungen und Aushandlungen von Staat und Bürgerschaft in Pakistan im Spannungsfeld von islamischem Staat und globaler Sicherheitspolitik. Gefördert von der DFG, 2014-2017.
Gebrauch des Mobiltelefons durch Frauen im Kontext der Geschlechterbeziehungen in Gilgit-Baltistan (Nordpakistan). Gefördert von der DFG, 2013-16.
Neighbouring China. Marie-Curie-Fellowship für Dr. Martin Saxer.
Der Attabad-Bergsturz in Gojal/Nordpakistan. Gefördert von der DFG, 2012-15.
Coping with Change in Gilgit-Baltistan. Forschungskooperation mit dem National Institute of Pakistan Studies, Islamabad, und der Karakorum International University, Gilgit. Gefördert vom DAAD, 2011-13.
Wasser und soziale Mobilität in Nordpakistan. Teilprojekt des Kompetenznetzwerks Crossroads Asia. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2011 - 2014.
Die Politik des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben in Pakistan und Kaschmir. Gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds, 2009-2010, Förderung durch die DFG seit Juli 2010.
Staat und Zivilgesellschaft in Pakistan, studentische Forschungsgruppe. Förderung des Forschungsaufenthalts durch den DAAD.
Muslimische Minderheiten und Inkorporationsregimes: Ein Vergleich der Ahmadi- und Alevi-Diaspora in der Schweiz. Gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 58 (2007 - 2011 an der Universität Bern).
Kashmiri Diaspora and the Kashmir Dispute, gefördert von der Wenner-Gren Foundation, New York, seit 2006.


Publikationen