Zur Person

Sahana Udupa ist Professorin für Medienanthropologie an der LMU München, BKC Faculty Associate an der Harvard University und Gründerin des Center for Digital Dignity. Mittels Ethnografie, multimethodischer Erkenntnistheorie und globaler vergleichender Ansätze erforscht Frau Udupa politische Kulturen in sozialen Medien und im Bezug auf künstliche Intelligenz. Derzeit leitet sie das Consolidator Grant-Projekt des Europäischen Forschungsrats zu kleinen Social-Media-Plattformen. Zuvor leitete sie ein ERC Starting Grant-Projekt zu digitaler Politik und das ERC Proof-of-Concept-Projekt AI4Dignity. Sie hielt Vorträge im Hauptquartier der Vereinten Nationen und verfasste die von den Vereinten Nationen in Auftrag gegebene Forschungsarbeit „Digital Technologies and Extreme Speech: Approaches to Counter Online Hate” (Digitale Technologien und extreme Meinungsäußerungen: Ansätze zur Bekämpfung von Hass im Internet).

Neuere Publikationen

Cover: Handbook on Anthropology and Artificial Intelligence
Cover: Handbook on Anthropology and Artificial Intelligence

© Sahana Udupa




Das “Handbook on Anthropology and Artificial Intelligence” (Edward Elgar Publishing 2026, gemeinsam herausgegeben mit Peter Hervik) bietet eine bahnbrechende Sammlung anthropologischer Forschungsarbeiten zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) und untersucht, wie die Anthropologie dazu beitragen kann, deren Entwicklung zu verstehen und zu hinterfragen. Das Open-Access-Buch kann hier heruntergeladen werden.

Cover: WhatsApp In The World
Cover: WhatsApp In The World

© Sahana Udupa




Das gemeinsam mit Herman Wasserman herausgegebene Buch „WhatsApp in the World: Disinformation, Encryption and Encryption“ (2025, New York University Press) bietet eine globale Analyse des äußerst beliebten Instant-Messaging-Dienstes und beleuchtet dabei das komplexe Zusammenspiel zwischen Verschlüsselung und extremistischen Äußerungen.

Cover: Digital Unsettling
Cover: Digital Unsettling

© Sahana Udupa





„Digital Unsettling: Decoloniality and Dispossession in the Age of Social Media“ ist eine Monografie, die bei der New York University Press (2023) erschienen ist. Mit einem Schwerpunkt auf sozialen Medien und anhand zahlreicher Beispiele für plattformgebundene Politik und digitale Mobilisierung weltweit legt „Digital Unsettling“ die theoretischen Grundlagen und entwickelt eine Methodik, um „das Digitale“ in den langen Zeitrahmen der Kolonialität einzuordnen.

Weitere Informationen

Sahana Udupa ist Professorin für Medienanthropologie an der LMU München, BKC Faculty Associate, Berkman Klein Fellow (2024-2025) und Joan Shorenstein Fellow an der Harvard University (2021). Derzeit baut sie ein neues Projekt über umstrittene Rede auf kleinen Social-Media-Plattformen in Kenia, Deutschland, Großbritannien und Indien auf. Das Projekt wird durch einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats finanziert. Im Jahr 2016 erhielt sie den European Research Council Starting Grant Zuschlag für ihr Projekt zu digitaler Medienpolitik. Im Jahr 2020 erhielt sie den European Research Council Proof of Concept Grant für die Entwicklung eines kollaborativen KI-Modells zur Bekämpfung von Online Extreme Speech. Im selben Jahr erhielt sie das internationale Stipendium der Henry Luce Foundation für ein Multimediaprojekt über digitale Würde. Diese Projekte, mit einem Kernteam von Postdocs an der LMU und einem breiteren, internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern, erforschen den Einfluss von internetfähigen Medien auf politische Kulturen der vernetzten Teilhabe, insbesondere extreme Formen der Rede und deren Auswirkungen. Mehr über die Projekte: www.fordigitaldignity.com. Im Jahr 2021 wurde sie von der Abteilung für Friedenseinsätze der Vereinten Nationen beauftragt, ein Forschungspapier über digitale Technologie und extreme Redeformen zu verfassen, das als Teil der UN-Strategie zur digitalen Transformation für Friedenseinsätze veröffentlicht wurde.Sie ist Mitglied des Beirats von MediaWell, einer Initiative des Social Science Research Council Network for Peace, Security and the United Nations, zur Bewertung von Forschungen über digitale politische Kommunikation.

Bevor Sahana Udupa an die LMU kam, war sie außerordentliche Professorin für Journalismus und Medienwissenschaften an der School of Public Policy der Central European University.

Im Rahmen laufender Forschungsprojekte hat Sahana Udupa die sich wandelnden Medien- und Städtelandschaften des Spätkapitalismus nachgezeichnet. Konzeptionell wirft ihre Arbeit die Frage nach "Mediation" als medientechnologischen, performativen und erfahrungsbezogenen Raum zur Artikulation politischer Praxis auf. Mit dem Ziel, Gesprächsräume zwischen Forschung und Communities zu schaffen, hat sie sich in ihren Projekten darum bemüht, Forschungsergebnisse in Möglichkeiten in der "realen Welt" zu übersetzen. So hat sie politische Entscheidungsträger*innen, kritische Wissenschaftler*innen und Student*innen dazu eingeladen, sich gemeinsam mit der "dunklen Seite" der digitalen Kommunikation auseinanderzusetzen. Sie legt großen Wert darauf, mit Student*innen zusammenzuarbeiten, die sich mit der kritischen Erforschung der Digitalisierung und der digitalen Medien auseinandersetzen, insbesondere um Wege zu finden, wie man kreativ über Fragen von Marginalisierung und digitalen Gefahren sowie über die Potenziale digitaler Teilhabe nachdenken kann.

Publikationen
Ihr erstes Buch, „Making News in Global India: Media, Publics, Politics“ (Cambridge University Press, UK, 2015) ist eine kritische Lektüre von Nachrichtenkulturen und urbaner Transformation. Es zeigt, wie die expandierenden Nachrichtenmedien eine kritische Rolle in dem umstrittenen Bestreben eine "globale Stadt" in Indien aufzubauen spielen – während kommerzieller Journalismus sowohl Objekt als auch Agent der globalen Urbanisierung wurde. Weitere Informationen über das Buch sind hier im New Books Network-Podcast verfügbar.

Das zweite Buch, "Digital Hate: The Global Conjuncture of Online Extreme Speech" (Mit-Herausgeber: Iginio Gagliardone und Peter Hervik, Indiana University Press, 2021) untersucht mit einem kritischen ethnographischen Ansatz globale Kulturen von Online Extreme Speech. Im Jahr 2019 veröffentlichte Sahana Udupa zwei Sonderhefte: „Extreme speech and global digital cultures“ im International Journal of Communication (mit Matti Pohjonen); und „Digital politics in Millennial India“ in Television & New Media (mit Shriram Venkatraman und Aasim Khan).

Das dritte Buch “Digital Unsettling: Decoloniality and Dispossession in the Age of Social Media” (Co-Autor Ethiraj Gabriel Dattatreyan) ist bei New York University Press (2023) erschienen und beschäftigt sich mit politischen Kulturen, die durch soziale Medien entstehen und durch das Internet ermöglicht werden. Mittels einiger Beispiele für die politische Verflechtung sozialer Plattformen und globaler digitaler Mobilisierung entfaltet Digital Unsettling theoretische Basis und Methodik, um "das Digitale" in der historischen longue durée des Kolonalismus zu verorten.

Im Jahr 2023 wurde der Artikel „Ethical scaling: Extreme speech and the (in)significance of artificial intelligence“, den sie gemeinsam mit Antonis Maronikolakis und Axel Wisiorek verfasst hat, wurde mit dem Outstanding Article Award der International Communication Association ausgezeichnet.

Udupas neue Monographie „Divided by Machines: Extreme Speech, Deception and the Limits of Artificial Intelligence" (New York University Press) erscheint im Februar 2027.

Gemeinsam mit Stephen McDowell ist sie Mitherausgeberin eines Bandes über südasiatische Medienpolitik für Routledge (London). Sahana Udupas Arbeiten wurden unter anderem im American Ethnologist, New Media and Society, International Journal of Communication, Media, Culture and Society, Communication, Culture and Critique, Economic and Political Weekly und Critique of Anthropology veröffentlicht. Außerdem trägt sie zu populären Medien- und Politikdebatten bei und hat medienpolitische Beratungsworkshops in Neu-Delhi mitorganisiert, an denen Medienpraktiker*innen, politische Entscheidungsträger*innen, Expert*innen für Internetregulierung und Gruppen der Zivilgesellschaft teilnahmen.

Das neue Buch „Handbook on Anthropology and Artificial Intelligence" (Edward Elgar Publishing, gemeinsam herausgegeben mit Peter Hervik) bietet eine bahnbrechende Sammlung anthropologischer Forschung zur künstlichen Intelligenz (KI) und untersucht, wie die Anthropologie dazu beitragen kann, deren Entwicklung zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Das frei zugängliche Buch (Open Access) kann hier heruntergeladen werden.

Udupa ist Research Affiliate am Center for South Asian Media and Cultural Studies an der Florida State University, Mitglied des Beirats des Center for Media and Religion an der New York University und Mitherausgeberin der Buchreihe "Anthropology of Media", erschienen bei Berghahn (New York) (mit Mark Allen Peterson). Außerdem ist sie Mitglied in den Redaktionsausschüssen von American Ethnologist; Journalism: Theory, Practice and Criticism; Communication, Culture & Critique; Television & New Media; und Media Theory Journal sowie Mitbegründerin des Media Anthropology Network bei der European Association of Social Anthropologists.

Udupa ist Mitherausgeberin der Buchreihe „Anthropology of Media“, die bei Berghahn (New York) erscheint. Sie ist oder war Mitglied der Redaktionsbeiräte von „American Ethnologist“, „Cambridge Forum on AI: Culture and Society“, „Journalism: Theory, Practice and Criticism“, „Communication, Culture & Critique“, „Television & New Media“ und „Media Theory Journal“. Sie war Mitglied des Begutachtungsgremiums für die Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats im Jahr 2024 sowie für Förderprogramme des SSRC, von Volkswagen und anderer Institutionen.
Ihre Forschungsergebnisse werden in verschiedenen Podcasts sowie in der „Huffington Post“, der „Süddeutschen Zeitung“, der „Deutschen Welle“, bei „Mint“, „Watson“, „TV Cultura“, der „Hindustan Times“, bei „Deutschlandfunk“, im finnischen Rundfunk, auf „Qiio.de“, bei „Aos Fatos“, der LISA-Gerda-Henkel-Stiftung, bei „Business Line“, „Vijayavani“, „Exfluenced“, im „ERC Horizon Magazine“, bei „Scroll.in“, bei „Radio 80K“, in der „Gulf Times“, bei „Desha Kaala“ und in weiteren Medien vorgestellt.

Ein Forschungs-, Lehr- und Politikprogramm
Am Institut hat Prof. Dr. Udupa das Forschungs- und Lehrprogramm in den Bereichen Medienanthropologie, Digital- und KI-Studien ins Leben gerufen. Dieses Programm wird von der von ihr gegründeten Forschungsinitiative „Center For Digital Dignity“ geleitet. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der komplexen Beziehungen zwischen Online-Medienkulturen und politischer Partizipation sowie auf der Förderung kritischer Untersuchungen zu den politischen und sozialen Auswirkungen digitaler Medien, der Digitalisierung und Technologien der künstlichen Intelligenz.

Die Aktivitäten im Bereich der digitalen Forschung konzentrieren sich auf langfristige ethnografische Untersuchungen, die Betonung des historischen Bewusstseins, kooperative Mixed-Methods-Ansätze (Datenwissenschaft und qualitative Forschung), politisches Engagement und multimodale Öffentlichkeitsarbeit. Das Programm umfasst eine Reihe von Projekten, die von ethnografischen Untersuchungen von Online-Kulturen in Brasilien, Deutschland, Kenia, Indien und Großbritannien bis hin zu globalen Vergleichsstudien zu Hassrede, künstlicher Intelligenz und Inhaltsmoderation reichen.

Zu den im Rahmen dieses Programms angebotenen Kursen gehören „Politik der künstlichen Intelligenz“, „Aktivismus in digitalen Medien“, „Ethnografische und gemischte Methoden für die Social-Media- und KI-Forschung“, „Hassrede und extreme Äußerungen“, „Einführung in die digitale Anthropologie“ sowie „Nationalismus, Populismus und Medien“. Das Programm begrüßt Promotionsbewerbungen zu diesen Themen.

Der Forschungsschwerpunkt des Programms wurde vom Europäischen Forschungsrat (Fördervereinbarungen Nr. 101122348, 714285 und 957442), der Henry-Luce-Stiftung, dem Bayerischen Institut für digitale Transformation, der Bayerischen Forschungsallianz, dem Netzwerk für Frieden, Sicherheit und die Vereinten Nationen des Sozialwissenschaftlichen Forschungsrats sowie der strategischen Partnerschaft zwischen Cambridge und der LMU gefördert. Weitere aktuelle Informationen zum Programm finden Sie hier.

Publikationsliste