Prof. Dr. Thomas Reinhardt

apl. Professor

Institut für Ethnologie

Neuer Materialismus, kritischer Posthumanismus, Mensch-Umwelt-Beziehungen, STS, Semiotik, Wissens- und Wissenschaftsgeschichte

Büroadresse:

Oettingenstr. 67

Raum C 011

80538 München

Sprechstunde:

Mittwoch, 12-13:00 Uhr, Online nach Voranmeldung

Zur Person

In die Ethnologie hat es mich Mitte der 1980er ganz zufällig verschlagen – ein Abweg, der sich aber als glückhaft erwiesen hat. Ursprünglich aus der Sprach- und Literaturwissenschaft kommend, interessieren mich weniger die hell ausgeleuchteten Zentren der Disziplin als ihre Randzonen. Wo Ethnologie auf Literatur, Geschichte, Naturwissenschaft, Kunst oder Philosophie trifft, wo sie sich verheddert und ihre „eigentliche“ Zuständigkeit vergisst – dort finde ich sie am lebendigsten.

Studiert habe ich in Basel bei Meinhard Schuster, dem „letzten Kulturmorphologen“, promoviert (1999) und habilitiert (2005) bei Karl-Heinz Kohl in Frankfurt. Die frühen 2000er Jahre habe ich forschend in afrozentrischen Zirkeln in New York und Philadelphia verbracht – mit sporadischen Abstechern nach Westafrika. Nach beruflichen Stationen in Paderborn, Frankfurt und Köln bin ich 2009 am Münchner Institut gelandet und hier vor allem zuständig für die Lehre.

Theoretisch fühle ich mich neben Goethe, Spinoza und den Humboldts besonders einer französisch geprägten Tradition verbunden – wegen des ganzheitlichen Blicks, der nicht auf Messungen oder Begriffe reduzibel ist, aber auch wegen ihrer Gelassenheit gegenüber Opazität. Ich mag es, wenn nicht alles gleich verstanden werden will. Wenn Texte zum Flanieren einladen und sich schnellen Erklärungen entziehen. Absichtlich! Nicht, weil man sie nicht vereinfachen könnte, sondern aus Prinzip – und, zugegeben, ein bisschen aus Freude am Stolpern.

Weitere Informationen

  • 2019 Gastprofessur an der Venice International University, Venedig
  • 2015 Ausbildung zum Tutorenausbilder
  • 2014 (Januar bis Juli) Chaire Alfred Grosser, Sciences Po Paris
  • seit 2012 Außerplanmäßiger Professor für Ethnologie an der LMU München
  • 2009-2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Lehre, LMU München
  • 2007 Vertretungsprofessur im Fach Afrikanistik, Universität zu Köln
  • 2005-2008 Wissenschaftlicher Angestellter im Forschungskolleg „Medien und kulturelle Kommunikation“ an der Universität zu Köln
  • 2005 Habilitation im Fach Historische Ethnologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main; Ernennung zum Privatdozenten
  • 2001-2004 Wissenschaftlicher Angestellter am Frobenius Institut, Frankfurt/Main
  • 2001 Independent Scholar im Scholars in Residence Program des Schomburg Center for Research in Black Culture, New York
  • 2000-2001 Lehrbeauftragter im Fach Historische Ethnologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main
  • 1999 Promotion im Fach Historische Ethnologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main
  • 1997-2001 Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Angestellter im Fach Kulturwissenschaftliche Anthropologie an der Universität-GH Paderborn
  • 1995 Licentiatus philosophiae an der Universität Basel
  • 1990-1995 Studium der Ethnologie und Germanistik in Basel
  • 1986-1990 Studium der Lateinamerikanistik, Hispanistik und Ethnologie in Frankfurt/Main

Als "Artefakt" im strengen Sinne ist der Schatten eine vergleichsweise junge Erscheinung. Der Blick auf die Schattenpraxen vergangener wie zeitgenössischer Kulturen zeigt jedoch, dass er früh und häufig in den Rang eines symbolischen Zeichens und Kommunikationsmittels mit Göttern und Geistern erhoben wurde. Als solches "ereignet" er sich nicht einfach, sondern erfolgt als mehr oder weniger planvoller, mit Handlungsmächtigkeit und einer je bestimmten Intentionalität ausgestatteter Kommunikationsakt

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