Zum Inhalt:
In einem frühen Stotra aus Sanskrit, das überwiegend im ungewöhnlichen Metrum Viyoginī verfasst ist, wird in etwa vierzig Strophen der Buddha gepriesen. Der Text ist nunmehr in einer Kharoṣṭhī-Handschrift aus den ersten Jahrhunderten, in Fragmenten zahlreicher Handschriften aus Zentralasien (nördliche Seidenstraße) und in einer Handschrift aus Gilgit überliefert. Er fand Eingang in die kanonische Vinaya-Literatur der Mūlasarvāstivādins, zu der auch die Handschrift aus Gilgit gehört, und liegt in diesem Kontext auch in vollständiger tibetischer Übersetzung vor. Es handelt sich also um eine beinahe vorzügliche Quellenlage, die geradezu einlädt einen genaueren Blick auf die Handschriften, den Text, seinen Inhalt, seine überlieferungsbedingten Lesarten, und den Kontext, in den er eingebettet ist, zu werfen.
Zur Person:
Gudrun Melzer beschäftigt sich seit 2002 mit buddhistischen Handschriften aus verschiedener Zeit in unterschiedlichen nordindischen Schriften und arbeitet seit 2012 im Rahmen des Akademieprojekts „Buddhistische Handschriften aus Gandhāra“ an der Ludwig‐Maximilians‐Universität München.