Projekt Oberding

Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding und sein Umfeld. Archäologische und naturwissenschaftliche Gesamtauswertung

Vitrine mit Spangenbarren und Beilen

DFG-Projekt: ME 3372/9-1

„Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding und sein Umfeld. Archäologische und naturwissenschaftliche Gesamtauswertung“

Projektleitung: Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick

Projektmitarbeiterin: Sabrina Kutscher MA

Archäologie: Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick, LMU München,
Sabrina Kutscher MA, LMU München

Archäometallurgie: Prof. Dr. Ernst Pernicka sowie Mitarbeiter, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH Mannheim, Universität Heidelberg (CEZA)

Palynologische Untersuchungen: Dr. Philipp Stojakowits, Institut für Geographie, Universität Augsburg, PD Dr. Michael Peters, LMU München

Archäozoologie: Silvia Eccher M.A., LMU München sowie Trento, Aufnahme der paläopathologischen Auffälligkeiten am Tierknochenmaterial: Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Teegen, LMU München

14C-AMS Datierungen: Dr. Ronny Friedrich, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH Mannheim

Kooperationspartner:

Museum Erding: Harald Krause M.A.

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Koordination: Prof. Dr. C. Sebastian Sommer, Dipl.-Rest. Stephanie Gasteiger, Metallanalytik: Zentrallabor des BLfD

Förderorganisation: DFG

Projektbeginn: Februar 2019 (voraussichtliche Projektdauer 15 Monate)

Kurzbeschreibung:

Spangenbarren im Bündel mit Bast verschnürt.

© Museum Erding

Das Projekt hat die umfassende Bearbeitung, Analyse und Publikation des bislang größten jemals entdeckten, in die späte Frühbronzezeit datierenden Spangenbarrendepots aus Oberding in Oberbayern mit insgesamt 796 Barren und knapp 82 kg Gewicht und seine mikroregionale wie weiträumige kulturelle Einhängung zum Ziel. Umfangreiche abgeschlossene Vorarbeiten, vor allem eine aufwändige Restaurierung und erste metallurgische Analysen, haben bereits wichtige Erkenntnisse erbracht, die die hervorragende Bedeutung des im Rahmen einer Ausgrabung entdeckten Fundes unterstreichen. Bislang herrschende Vorstellungen zu frühbronzezeitlichen Gewichtseinheiten von Barren werden revidiert; das verwendete Kupfer lässt mehrere Lagerstätten erkennen, die die Bedeutung des Hortes an der Schnittstelle von früh- zu mittelbronzezeitlichen Warentransfer und sich damit wandelnden kulturellen Kontakten dokumentieren. Im Rahmen des DFG-Projekts soll schwerpunktmäßig der nähere Fundkontext archäologisch aufgearbeitet werden, sowie mit Hilfe ergänzender naturwissenschaftlicher Untersuchungen weitere Erkenntnisse zum näheren Umfeld und zum Deponierungscharakter des Horts zu gewinnen. Die ins Werk zu setzende abschließende Publikation aller neuen wie bisherigen Forschungsergebnisse verspricht einen erheblichen Erkenntnisgewinn von sich wandelnden Kontakträumen im Zug von Rohstoffhandel und Warentransfer in der Zeit des 1. Viertels des 2. Jahrtausends v. Chr. in Mitteleuropa.

Vorgänger-Projekt:

Das Projekt knüpft an ein Vorgänger-Projekt an, das als Kooperationsprojekt zwischen dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Stadt Erding sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Titel „Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding“ zwischen Mai 2015 bis Juli 2017 durchgeführt und finanziert wurde.

Beteiligte Personen und Institutionen des Vorgänger-Projekts:

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Konservierung, Restaurierung: Dipl.-Rest. Jörg Stolz, Leitung: Dipl.-Rest. Stephanie Gasteiger, Metallanalytik: Zentrallabor des BLfD

LMU München: erste archäologische Auswertung: Masterarbeit Sabrina Kutscher MA, universitäre Projektleitung u. Betreuung der Arbeit Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick; Archäozoologie: Silvia Eccher M.A., Aufnahme der paläopathologischen Auffälligkeiten am Tierknochenmaterial: Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Teegen

außerhalb Münchens:

Metallanalytik: Prof. Dr. Ernst Pernicka, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH Mannheim/Universität Heidelberg

Archäobotanik: Dipl.-Biol. Barbara Zach, Archäobotanik-Labor Zach, Bernbeuern

Geoarchäologie: Dipl.-Geogr. Britta Kopecky-Hermanns, Büro für Bodenkunde und Geoarchäologie, Karlshuld

Mikromorphologie: Dr. Dagmar Fritzsch, Goethe-Universität Frankfurt

Bodenanalytik: TUM Weihenstephan

14C-AMS-Datierungen: Dr. Ronny Friedrich, CEZA Mannheim

Lipidanalysen: Dr. Jun.-Prof. Cynthianne Spiteri, Universität Tübingen

3D-Computertomographie: Nils Reims, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS Fürth

3D-Druck der kleinen Blockbergung/ Structure from Motion für kleine und große Blockbergung: Formwerk3D Hannover, Archäologische Illustrationen

Bisher erschienene Publikationen zum Vorgänger-Projekt (in alphabetischer Reihung der Autoren):
St. Gasteiger, Kooperationsprojekt – Eine Menge bronzene Spangenbarren. Beachtlicher Hortfund der frühen Bronzezeit aus Oberding, Lkr. Erding. Denkmalpflege Informationen 161, 2015, 89–90.
St. Gasteiger, Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding – Abschluss eines Erfolgsprojektes. Denkmalpflege Informationen 167, 2017, 60–61.
B. Kopecky-Hermanns/H. Krause, Geoarchäologische Spurensuche im frühbronzezeitlichen Spangenbarrenhort von Oberding – Bodenkundliche Untersuchungen zweier Blockbergungen. In: St. Berg/E. Eckmeier/S. Linzen/L. Werther/Ch. Zielhofer (Hrsg.), Jahrestagung des Arbeitskreises Geoarchäologie. Anwendung und Weiterentwicklung geoarchäologischer Methoden und Konzepte in der archäologisch-bodendenkmalpflegerischen Praxis und Forschung. 04. bis 06. Mai 2018 (Jena/München 2018) 41.
H. Krause/S. Kutscher/C. Metzner-Nebelsick/E. Pernicka/B. Seewald/B. Seewald, Europas größter Spangenbarrenhort: Der frühbronzezeitliche Kupferschatz von Oberding. In: M. Wemhoff/M. M. Rind (Hrsg.), Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland (Berlin 2018) 167–169.
H. Krause/S. Kutscher/C. Metzner-Nebelsick/E. Pernicka, Kupferbarren – europäische Währung der Frühbronzezeit? AiD 3, 2018, 22–23.
H. Krause/C. Metzner-Nebelsick, Gegossen, gebündelt, verschnürt und vergraben - Die Kupferbarren aus Oberding. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.), Aufgedeckt. Highlights der Bayerischen Bodendenkmalpflege (München 2019) 29–36.
S. Kutscher, Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding. Erste Ergebnisse. Archäologische Informationen 40, 2017, 423–434.
Ch. Later, Wissenschaftlicher Triathlon – Fachtagung, museale Präsentation und Begleitpublikation zum Hortfund von Oberding im Museum Erding. Denkmalpflege Informationen 167, 2017, 83–85.
J. Leicht/Th. Stöckl, Ein Spangenbarrenhort der frühen Bronzezeit aus Oberding. Das Archäologische Jahr in Bayern 2014, 2015, 39–42.
Stadt Erding (Hrsg.), Spangenbarrenhort Oberding. Gebündelt und vergraben – ein rätselhaftes Kupferdepot der Frühbronzezeit. Schriften 2 (Erding 2017).
J. Stolz, Erste Nachweise des Dezimalsystems? Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding. Restauro. Zeitschrift für Konservierung und Restaurierung 8, 2017, 14–19.

Vorträge zum Vorgänger-Projekt (sortiert nach Jahr):
24.10.2015 (Altdorf): Th. Stöckl/J. Stolz, Das Große kommt in verhüllter Gestalt zu uns. Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding (Archäologie in Bayern Jahrestagung vom 23.–25.10.2015)
05.02.2016 (München): J. Stolz, Der Spangenbarrenhort von Oberding: Restaurierung & High Tech (Neujahrsempfang BLfD)
23.03.2016 (Erding): S. Kutscher/J. Stolz/C. Sebastian Sommer, Der Spangenbarrenhort von Oberding (Stadtratssitzung Erding)
22.07.2017 (Erding): Thema: Aktuelle Forschungsergebnisse zum frühbronzezeitlichen Spangenbarrenhort von Oberding, Landkreis Erding mit Vorträgen von: B. Anzenberger, Th. Stöckl, S. Eccher, B. Kopecky-Herrmanns, H. Krause, S. Kutscher, C. Metzner-Nebelsick, E. Pernicka, B. Seewald, J. Stolz, W.-R. Teegen, B. Zach, Ch. Huth (4. Archäologisches Sommersymposium im Museum Erding)
05.05.2018 (München): H. Krause/ B. Kopecky-Hermanns, Geoarchäologische Spurensuche im frühbronzezeitlichen Spangenbarrenhort von Oberding – Bodenkundliche Untersuchungen zweier Blockbergungen (Jahrestagung des Arbeitskreises Geoarchäologie 04.–06.5.2018)
14.09.2018 (Heide): S. Kutscher, 796 Spangenbarren gebündelt und vergraben – Aktuelle Forschungsergebnisse zum frühbronzezeitlichen Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding (83. Tagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung vom 12.–15.09.2018; Sitzung der AG Bronzezeit)