Römisches Handelsschiffswrack vor Gura Portiţa
Im Schwarzen Meer vor Gura Portiţa wurde ein römisches Frachtschiff aus dem 2. Jh. n. Chr. entdeckt, dokumentiert, erforscht und rekonstruiert.
Im Schwarzen Meer vor Gura Portiţa wurde ein römisches Frachtschiff aus dem 2. Jh. n. Chr. entdeckt, dokumentiert, erforscht und rekonstruiert.
© Max Fiederling
Im maritimen Bereich vor Gura Portiţa, einem historischen Zugang zwischen Schwarzem Meer, Razim-Bucht und Donau führte die LMU auf Hinweise eines ortsansässigen Fischers hin gemeinsam mit BGfU und ICEM gezielte Sonarerkundungen durch. Dabei wurde in größerer Entfernung zur heutigen Küste ein Wrack entdeckt und taucharchäologisch untersucht.
Das Wrack zeigt ein dichtes Amphorenfeld (ca. 9,5 × 5 m) mit rund 1000 Amphoren vom Typ 28 (Heraclea Pontica). Schiffsspanten deuten auf ein ca. 15–20 m langes, 5 m breites römisches Frachtschiff aus der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. Radiokarbonanalysen und typologische Auswertungen, durchgeführt mit Beteiligung der LMU, bestätigen diese Datierung. Besonders bemerkenswert ist der gute Erhaltungszustand der hölzernen Wrackteile, der wertvolle Einblicke in antike Schiffbauweisen ermöglicht.
Durch die Grabung und Dokumentation konnte das Schiff rekonstruiert werden und wichtige Erkenntnisse über Bauweise und Beladung des römischen Frachtschiffs gewonnen werden. Im Rahmen der Dissertation von Max Fiederling konnten detaillierte Informationen über die antike Schifffahrt, Fracht und die auf dem Schiff lebenden Menschen gesammelt werden und in einer anschaulichen 3D-Rekonstruktion (durch Thomas Simeth) gezeigt werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse der Dissertation, zahlreiche original Exponate und die Rekonstruktionen wurden in einer kleinen Ausstellung (Konzuipiert und umgesetzt durch Max Fiederling, Thomas Simeth und Felix Moser) im Zeughaus in Augsburg der Öffentlichkeit präsentiert. Ausstellung: Hin und wieder zurück - Ein Schiffswrack im Schwarzen Meer.