Magnetometer

Die Magnetometer-Prospektion ist eine zerstörungsfreie geophysikalische Methode in der Archäologie, die vergrabene Strukturen durch Messung lokaler Variationen im Erdmagnetfeld aufspürt.

Ergebnisse einer Geophysikalischen Prospektion

Magnetometrie: "Der Blick durch den Boden"

In der modernen Archäologie ist es nicht mehr immer notwendig, zu graben, um Entdeckungen zu machen. Die Magnetometer-Prospektion gehört zu den effizientesten zerstörungsfreien Methoden, um verborgene Siedlungsspuren, Gräberfelder oder Befestigungsanlagen sichtbar zu machen – ganz ohne Bodeneingriff.

Wie funktioniert das?

Jeder Boden besitzt ein natürliches Magnetfeld. Menschliche Aktivitäten in der Vergangenheit haben dieses Feld lokal verändert. Ein Magnetometer misst diese minimalen Abweichungen (Anomalien) mit extrem hoher Präzision.

Das Gerät erkennt Unterschiede, die durch folgende Faktoren entstehen:

  • Bodenveränderungen: Verfüllte Gräben, Gruben oder Pfostenlöcher haben eine andere magnetische Suszeptibilität als der umgebende gewachsene Boden.
  • Hitzeeinwirkung: Feuerstellen, Öfen oder verbranntes Baumaterial (Ziegel) hinterlassen durch die sogenannte Thermo-Remanenz eine besonders starke magnetische Signatur.
  • Materialkontraste: Fundamente aus Stein oder Metallobjekte zeichnen sich deutlich im Messergebnis ab.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Zerstörungsfrei: Der historische Befund bleibt im Boden unberührt und geschützt.
  • Großflächig & Schnell: Innerhalb kurzer Zeit können ganze Stadtgrundrisse oder weitläufige Siedlungsareale kartiert werden.
  • Planungssicherheit: Bevor eine Grabung beginnt, liefert das Magnetogramm eine präzise „Roadmap“, was die Kosten und den Zeitaufwand massiv reduziert.

Von der Messung zum Bild:

Die gewonnenen Daten werden digital verarbeitet und in ein Magnetogramm umgewandelt. Diese Graustufenbilder wirken wie ein Röntgenbild der Landschaft: Dunkle und helle Strukturen verraten uns die exakte Lage von Mauern, Wegen und Abfallgruben, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt.