Dr. Alessandro Giudice mit dem Colette-Caillat-Preis 2026 ausgezeichnet
19.06.2026
19.06.2026
Der Prix Colette Caillat 2026, der von der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres am Institut de France verliehen wird, wurde gemeinsam Dr. Alessandro Giudice (LMU München) und Prof. Dr. Tiziana Pontillo (Universität Cagliari, Italien) für ihr Buch Medhātithi’s Grammatical Notes on the Mānavadharmaśāstra: How Technicalities Can Shed Light on Ancient Indian Law zuerkannt. Das Buch erschien 2025 in Turin bei Edizioni AIT–Edizioni ETS als Band 11 der Reihe Corpus Iuris Sanscriticum et Fontes Iuris Asiae Meridianae et Centralis.
Der internationale Preis ist nach Colette Caillat benannt, einer bedeutenden Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der mittelindoarischen Sprachen sowie der Jainismus- und Buddhismusforschung. Er würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Indologie, mit besonderem Schwerpunkt auf der Philologie.
Das Buch von Alessandro Giudice und Tiziana Pontillo untersucht das Verhältnis zwischen der Sanskrit-Grammatiktradition und der Rechtsexegese in Medhātithis Manubhāṣya, einem im 9. Jahrhundert verfassten und besonders maßgeblichen Kommentar zum Mānavadharmaśāstra. Sein Hauptziel besteht darin, zu bestimmen, wann, wie und warum Medhātithi grammatische Autoritäten zitiert oder auf sie zurückgreift, und den exegetischen Wert dieser grammatischen Erörterungen für die Interpretation des altindischen Rechts zu beurteilen.