Arbeitsgruppe Vegetationsgeschichte

Landschaftsbild: Im Vordergrund ist ein Moor zu sehen, im Hintergrund Kiefernwald und einige Eichen.
Textbasierte Grafik, die erklärt was Vegetationsgeschichte ist.

© Michael Peters

Unsere Arbeitsgruppe Vegetationsgeschichte am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität bildet eine

Verbindung mit der Archäologie. Das Team bestehenden aus PD Dr. Michael Peters, MSc. Thilo Kappelmeyer und Brigitte Hill, welche Untersuchungen der Vegetationsgeschichte und Umweltbedingungen vergangener Zeiten anhand von Pollenanalysen durchführen. Diese wird durch eine hervorragende Infrastruktur des Institutes an Laboreinrichtung und Bohrgeräten ermöglicht. Ihre Aufgaben und Methoden lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Grafik zu Paläo-Ethnobotanik

© Michael Peters

Aufgaben der Arbeitsgruppe

1. Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte

  • Untersuchung, welche Pflanzen in der Vergangenheit vorkamen.
  • Identifikation von Umweltveränderungen durch natürliche und menschliche Einflüsse.

2. Analyse des menschlichen Einflusses auf die Landschaft

  • Nachweis von Landwirtschaft, Rodungen und Landnutzung.
  • Bestimmung von Kulturpflanzen und deren Verbreitung.

3. Klimarekonstruktion

  • Untersuchung von Pollenablagerungen zur Rekonstruktion klimatischer Bedingungen.
  • Vergleich mit anderen paläoökologischen Daten.

4. Untersuchung archäologischer Fundstätten

  • Analyse von Bodenproben aus Siedlungen, Gräbern und Mooren.
  • Hinweise auf Ernährung, Anbaupraktiken und natürliche Ressourcen.

Methoden der Palynologie in der Archäologie

1. Pollenanalyse (Palynologie) im hauseigenen Pollenlabor

  • Untersuchung fossiler Pollen in Sedimenten (z. B. aus Seen, Mooren, Böden).
  • Identifikation von Pflanzenarten durch mikroskopische Analyse der Pollenkörner.
  • Rückschlüsse auf vergangene Vegetationsformen und Klimaverhältnisse.

2. Phytolithenanalyse

  • Untersuchung von Silikatstrukturen in Pflanzen, die in Böden erhalten bleiben.
  • Erlaubt die Identifikation von Gräsern, Getreide und anderen Nutzpflanzen.

3. Holzkohleanalyse (Anthrakologie)

  • Untersuchung verbrannter Holzreste zur Rekonstruktion von Wäldern und Holznutzung.
  • Hinweise auf Feuer- und Rodungsaktivitäten.

4. Makrorestanalyse

  • Untersuchung von Samen, Früchten und Pflanzenresten in archäologischen Schichten.
  • Erkenntnisse über Anbaupflanzen, Ernährung und Umweltbedingungen.

5. Isotopenanalysen

  • Analyse stabiler Kohlenstoff- und Sauerstoffisotope in Pflanzenresten.
  • Hinweise auf klimatische Bedingungen und landwirtschaftliche Bewässerungsmethoden.

Aussagen dieser Methoden

  • Veränderungen in der Vegetation über lange Zeiträume.
  • Rückschlüsse auf Klimaveränderungen und Umweltbedingungen.
  • Hinweise auf landwirtschaftliche Aktivitäten und menschliche Eingriffe in die Natur.
  • Nachweis von Kulturlandschaften und alten Siedlungsstrukturen.
  • Erfassung der Biodiversität in verschiedenen Epochen.

Zusammenfassend ermöglicht eine Arbeitsgruppe für Palynologie und Vegetation in der Archäologie eine detaillierte Rekonstruktion vergangener Landschaften und deren Nutzung durch den Menschen. Diese Informationen helfen, die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Kultur zu verstehen.