Auszeichnungen und Förderungen

Die Fakultät für Kulturwissenschaften ist in allen Fächern überaus erfolgreich im Einwerben von hochrangigen Förderungen. Die im folgenden vorgestellten Preisträgerinnen und Preisträger, prestigeträchtigen Auszeichnungen und bedeutenden Förderungen würdigen international sichtbare Spitzenleistungen, aufgrund derer die LMU in den Geisteswissenschaften zu den besten Universitäten weltweit gehört.

Preisverleihung, KI-generiert

Exzellenzcluster „Cross-Cultural Philology: Die eurozentrische Perspektive in der Philologie verlassen" als einer von sieben Exzellenzclustern an der LMU bewilligt

Die Fakultät für Kulturwissenschaften leistet mit ihrer philologischen Breite einen zentralen Beitrag zum Exzellenzcluster „Cross-Cultural Philology“. Ihre beteiligten Disziplinen untersuchen in komparatistischer Perspektive philologische Praktiken über einen Zeitraum von 5.000 Jahren. Ziel ist es, eine neue, nicht-eurozentrische Wissenschaftsgeschichte zu entwickeln. So trägt die Fakultät zur Sicherung und kritischen Erschließung globalen kulturellen Erbes bei. Digitale Methoden und Infrastrukturen eröffnen dabei neue Wege der Analyse, Vermittlung und nachhaltigen Verfügbarkeit von Texten.

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Prestigeträchtige ERC-Grants und weitere hochdotierte Projekte

Die ERC, eingerichtet von der Europäischen Union im Jahr 2007, ist die führende europäische Förderorganisation für exzellente Spitzenforschung. Sie finanziert kreative Forschende jeder Nationalität und Altersgruppe. Die Fakultät für Kulturwissenschaften mit ihren bislang 14 ERC-Grants ist eine der erfolgreichsten geisteswissenschaftlichen Fakultäten.

Die ERC bietet vier zentrale Förderprogramme an: Starting Grants, Consolidator Grants, Advanced Grants und Synergy Grants. Mit dem zusätzlichen Proof of Concept Grant-Programm hilft die ERC ihren Stipendiaten, die Lücke zwischen ihrer bahnbrechenden Forschung und den frühen Phasen der Kommerzialisierung zu schließen.

Die ERC wird von einem unabhängigen Leitungsgremium, dem Wissenschaftlichen Rat, geführt. Maria Leptin ist seit November 2021 Präsidentin der ERC. Das Gesamtbudget der ERC von 2021 bis 2027 beträgt über 16 Milliarden Euro, als Teil des Horizon Europe-Programms, das unter der Verantwortung der Europäischen Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Iliana Ivanova steht.

ERC-Advanced Grant „BEST - Buddhism's Early Spread to Tibet"

Blockdruck mit tibetischer Schrift

© Karl-Stéphan Bouthillette

Seit Januar 2025 verfügt das Institut für Indologie/Tibetologie über einen ERC Advanced Grant unter der Leitung von Prof. Dr. Jonathan Silk. Das Projekt untersucht die in der modernen Wissenschaft übernommenen einheimische Berichte, die die Ursprünge des tibetischen Buddhismus eindeutig in Indien verorten und stillschweigend den Anspruch Tibets akzeptieren, Erbe der orthodoxen Tradition zu sein. Dies vereinfacht die komplexe Geschichte der beiden Ausdehnungsphasen des Buddhismus nach Tibet im 7. und 11. Jahrhundert und lässt die prägenden frühen Beiträge der sinitischen Quellen außer Acht, die hauptsächlich von der Oase Dunhuang an der Seidenstraße ausgegangen sind, einem entscheidenden Ort der Interaktion zwischen den tibetischen und chinesischen Kulturen vom 8. bis 11. Jahrhundert. Die in den Grotten von Dunhuang aufbewahrten Manuskripte belegen diese chinesisch-tibetische Verbindung in einheimischen Werken und Übersetzungen aus dem Chinesischen ins Tibetische.

Die Bemühungen, chinesische und sino-tibetische Einflüsse auf die Entstehung des tibetischen Buddhismus nachzuvollziehen, wurden bisher nicht systematisch erfasst. Doch jetzt sind moderne Hilfsmittel verfügbar: die mit Handschriftenerkennung digitalisierten Manuskripte können methodisch untersucht werden, was ermöglicht, „Fingerabdrücke“ von tibetischen Übersetzungen aus dem Chinesischen zu identifizieren. BEST zielt darauf ab, Schriften und andere Materialien sinitischen Ursprungs ausfindig machen und deren Einfluss auf den tibetischen Buddhismus identifizieren und bewerten. Indem wir die Ursachen für die Bedeutung Dunhuangs untersuchen, wollen wir aufzeigen, unter welchen Bedingungen die Stätte ein multikulturelles Zentrum und eine Wiege der höheren buddhistischen Gelehrsamkeit wurde.

Es werden Studien durchgeführt zu einzelnen tibetischen Übersetzungen aus dem Chinesischen, zu chinesisch-tibetischen Sprachkontakten, zu Chos Grub, dem bedeutendsten Mönchsübersetzer von Dunhuang, und zu späteren tibetischen historiographischen Werken. Außerdem wird eine Datenbank tibetischer Manuskripte aus Dunhuang erstellt. Die erzielten Ergebnisse tragen zu einer grundlegenden Neubewertung der prägenden Einflüsse auf den frühen tibetischen Buddhismus bei.

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ERC Consolidator Grant im Fach Byzantinistik gibt erweiterte Sicht auf frühe christlich-muslimische Beziehungen

Prof. Dr. Zachary Chitwood ist Professor für Byzantinistik an der LMU und wurde bereits mit dem ERC Starting MAMEMS über die Mönchsrepublik auf dem Berg Athos im mittelalterlichen Griechenland gefördert.
Das halbe Jahrtausend zwischen dem Tod des Propheten Mohammed im Jahr 632 und dem Ersten Kreuzzug im Jahr 1096 war mit Blick auf die Ausprägung der christlich-muslimischen Beziehungen ein entscheidender Zeitraum. Bislang ist in der Forschung eher unbeachtet geblieben, wie die wichtigsten ostchristlichen Rechtsordnungen – einschließlich jener in Byzanz, in der islamischen Welt und in der dazwischen liegenden Region – mit dem Aufstieg des Islam umgingen.
In seinem neuen Projekt NOMOS („The Challenge of Islam and the Transformation of Eastern Christian Normative Regimes, ca. 630-1100“) will Zachary Chitwood detailliert untersuchen, wie die neue Religion von den Juristen und Kanonisten der damaligen Zeit interpretiert, beschrieben und definiert wurde und wie darüber hinaus die Auseinandersetzung mit dem Islam seinerseits langfristige Entwicklungen innerhalb der ostchristlichen Rechtssysteme prägte.

Trotz der Unterschiede in den Schriftsprachen (Griechisch, Syrisch, Koptisch und Armenisch), in der Staatlichkeit (vom Byzantinischen Reich über die kleinen armenischen Fürstentümer bis hin zu den staatenlosen koptischen und syrischen Gemeinschaften) und in der konfessionellen Zugehörigkeit (orthodox, monophysitisch oder „nestorianisch“/Kirche des Ostens) war die Begegnung mit dem Islam der wichtigste Faktor für die spätantike Entwicklung jeder Rechtsordnung dieser Zeit. Die Forschenden wollen dieses reiche Korpus von Bestimmungen des „Sarazenischen Rechts“ untersuchen und modernste KI-gestützte Technologien einsetzen, um neue Editionen von Rechtstexten zu erstellen.
Dieser innovative rechtshistorische Ansatz zur Geschichte des frühmittelalterlichen Nahen Ostens wird nicht nur eine neue Sicht auf die Spätantike in den ersten Jahrhunderten des Islam bieten, sondern auch eine entscheidende neue Darstellung der christlich-muslimischen Beziehungen in der östlichen Mittelmeerwelt vor dem Ersten Kreuzzug liefern - und damit das traditionelle, „westlich“ dominierte Paradigma dieser Geschichte in Frage stellen.

ERC Consolidator Grant über die ältesten Schriften der Welt: Die Geschichte Mesopotamiens neu schreiben

Prof. Dr. Enrique Jiménez ist Inhaber des Lehrstuhls für Ancient Near Eastern Literatures am Institut für Assyriologie und Hethitologie der LMU. In seiner Forschung zu Literatur vergangener Kulturen setzt der Altorientalist auch auf Künstliche Intelligenz und die Möglichkeiten der Digitalisierung. Die von ihm aufgebaute Datenbank „Electronic Babylonian Literature“ trägt entscheidend dazu bei, die bislang nur unvollständig überlieferte Weltliteratur des Alten Orients wieder lesbar zu machen.
In Mesopotamien, das im Gebiet des heutigen Irak und Syrien lag, wurde eine der ältesten Schriften der Welt entwickelt. Über einen Zeitraum von Jahrtausenden wurden mit Griffeln Schriftzeichen auf Tafeln aus Ton geschrieben. Das gesamte Wissen der damaligen Zeit wurde auf Tontafeln in steinernen Bibliotheken festgehalten und von Gelehrten an nachfolgende Generationen weitergegeben. Mit dem Zusammenbruch der großen Reiche Mesopotamiens wurden die Bibliotheken zerstört, die Tontafeln zerbrochen. Heute sind davon unzählige zusammenhangslose Bruchstücke vorhanden. In seinem neuen Projekt RECC (Rewriting the End of Cuneiform Culture), das vom ERC mit einem Consolidator Grant gefördert wird, wird der Altorientalist einen neuen Blick auf das Ende der mesopotamischen Hochkulturen und damit der Keilschrift eröffnen. Tausende von erhaltenen Textdokumenten dieser späten Periode sind bislang noch nicht datiert oder wissenschaftlich bearbeitet.

m Rahmen des Projekts wird Enrique Jiménez mithilfe Künstlicher Intelligenz die Datenbank „CuneiDate“ aufbauen, um bislang undatierte Texte erstmals in ihren historischen Kontext einzuordnen. Dies wird neue Einblicke eröffnen, warum auch nach dem Untergang der großen Reiche Mesopotamiens im ersten Jahrtausend vor Christus weiterhin in Keilschrift geschrieben wurde. „Eine der zentralen Fragen unseres Projekts ist, wie die Menschen im alten Babylonien mit dem Bedeutungsverlust ihrer jahrtausendealten Traditionen umgegangen sind. Die Antworten darauf sind auch für heutige Kulturen relevant, deren Überleben in einer globalisierten Welt bedroht ist“, sagt Enrique Jiménez.

ERC Consolidator Grant für die Medienanthropologie: Beyond the Big Tech: Contentious Speech on Small Platforms (SMALLPLATFORMS)

Das ERC-Projekt von Frau Prof. Sahana Udupa erforscht die Rolle kleinerer Social-Media-Plattformen bei der Entstehung und Verbreitung kontroverser Meinungsäußerungen. Durch die Verbindung von ethnografischer Feldforschung, Online-Analysen und politikorientierter Forschung beleuchtet das Projekt die oft verborgenen Ecken sozialer Medien, in denen politische Diskurse auf subtile und unterschwellige Weise geprägt werden. Sahana Udupa ist Professorin für Medienanthropologie, die mit ihrer langjährigen Forschung zu Social Media, Extreme Speech und künstlicher Intelligenz international anerkannt ist. Lesen Sie weiter über die zahlreichen Projekte, die sie mit Unterstützung der Vereinten Nationen, des ERC, des BIDT, der Henry Luce Foundation und weiterer Förderinstitutionen ins Leben gerufen hat.

LMU-Archäologe Philipp Stockhammer ist mit dem renommierten ERC PERA Preis ausgezeichnet worden

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Brüssel ist Professor Philipp Stockhammer mit einem ERC PERA Preis (Public Engagement with Research Award) ausgezeichnet worden. Maria Leptin, die Präsidentin des Europäischen Forschungsrates (ERC), überreichte Stockhammer den mit 10.000 Euro dotierten Public Outreach-Award „für sein innovatives öffentliches Engagement für die antiken Ursprünge der mediterranen Ernährungsweise, das durch Edutainment und Medien ein weltweites Publikum erreicht“. Mit der Auszeichnung sollen vom ERC geförderte Forschende gewürdigt werden, die sich an ein Publikum außerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft wenden.

Stockhammers Öffentlichkeitsarbeitsprojekt „PastFood“ baut auf seinem ERC Starting Grant „FoodTransforms“ auf. Darin zeigte der LMU-Archäologe, dass die mediterrane Ernährung das Ergebnis einer frühen globalen Vernetzung ist, die mindestens bis in die Bronzezeit zurückreicht. „Von Anfang an war es unser Ziel, unsere Ergebnisse mit Menschen aller Altersgruppen auf der ganzen Welt zu teilen“, sagt Stockhammer. „Wir gingen dabei davon aus, dass die tiefere Geschichte der mediterranen Ernährung von größtem Interesse sein würde.“

Der Wettbewerb für den ERC Public Engagement with Research Award endete am 21. Februar 2024. Der ERC erhielt 99 Bewerbungen aus 20 Ländern. Eine Vorauswahl wurde organisiert, um die besten Vorschläge für die Begutachtung durch die Jury auszuwählen. Die Jury des Preises, die aus Expertinnen und Experten für Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation besteht, wählte daraufhin sechs Gewinnerinnen und Gewinner aus.

Volkswagen Momentum-Projekt für die Judaistik eingeworben

From Pre-Modern to Modern Perspectives in Judaic Studies

The Volkswagen Momentum Fellowship Project, headed by Prof. Dr. Ronny Vollandt, aims to advance research on Jewish communities in the Near East during the early modern and modern periods (18th to 21st centuries), complementing the existing strong focus on the Middle Ages. The Fellowship is designed to bridge the traditionally segmented fields of pre-modern and modern Jewish history in the Near East, adopting an interdisciplinary perspective that encourages a continuous examination of Jewish Arabic cultures across time.

This integrated approach facilitates a understanding of cultural, historical and social phenomena diachronically, allowing scholars to explore how pre-modern developments shaped modern Jewish communities in the Near East and, conversely, how modern contexts illuminate the legacy of the past. The program welcomes applications from scholars specializing in Jewish Studies, Near Eastern Studies, history, philosophy, theology, law, cultural studies, linguistics, sociology, and related fields.

Structured to foster intellectual exchange, the Fellowship encourages close collaboration between fellows and the research team at LMU Munich, led by Prof. Dr. Ronny Vollandt. The Fellowship is committed to challenging Eurocentric and Ashkenazi-focused narratives in Jewish historiography by amplifying the voices and experiences of Mizrahi Jews, particularly those from Arabic-speaking countries.

Hochdotiertes Reinhart Koselleck-Projekt am Institut für Kulturanthropologie über indigene Heilpraktiken in Lateinamerika

Reinhart Koselleck-Project für Prof. Dr. Eveline Dürr

Das kulturanthropologische Projekt "Planetary healing as transformative process: a decolonial approach to the challenges of climate change" beschäftigt sich mit „planetary healing“ als Antwort auf die ökologische Krise des Anthropozäns, mit Fokus auf indigene Heilpraktiken und (de)kolonisierende Prozesse, insbesondere in Lateinamerika. Es zielt darauf ab, 1) das Konzept theoretisch zu fundieren, 2) dessen transformative Kraft für Mensch-Umwelt-Beziehungen zu analysieren und 3) ethnografische Methoden zur Erfassung planetarer Dimensionen weiterzuentwickeln. Die Ethnologin und Forschungsdekanin Frau Prof. Dr. Eveline Dürr hat dieses Projekt ins Leben gerufen.

ERC Consolidator Grant in der vor- und frühgeschichtlichen Archäologie: MySocialBeIng: Mycenaean Social Belonging from an Integrative Bioarchaeological Perspective

Ein vielfältiges Team um Prof. Dr. Philipp Stockhammer, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, bearbeitet das ERC-Projekt "MySocialBeIng: Mycenaean Social Belonging from an Integrative Bioarchaeological Perspective". Es analysiert seit 2022 das Zusammenspiel von Genen und sozialen Praktiken bei der Konstitution sozialer Zugehörigkeit im mykenischen Griechenland des 2. Jahrtausends v. Chr. Durch die Integration archäogenetischer, isotopenanalytischer, anthropologischer und archäologischer Methoden bei ausgewählten Kollektivbestattungen wird untersucht, warum bestimmte Individuen gemeinsam bestattet wurden und wie dies Vorstellungen von Verwandtschaft innerhalb der lebenden Gemeinschaft ausdrückte und neu formte.

ERC Consolidator Grant in der Ägyptologie: "DiverseNile"

Nildelta aus dem Orbit

© NASA free domain

Das ERC-Projekt DiverseNile untersucht die kulturelle Vielfalt im mittleren Niltal im Norden des Sudan während der Bronzezeit. Unter der Leitung von Julia Budka (LMU) – ihrem zweiten ERC-Projekt – erforscht das Team, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen in der Peripherie der städtischen Zentren miteinander und mit ihrer Landschaft in Kontakt traten. Statt die Region wie bisher vor allem aus der Perspektive der Eliten und der ägyptischen Zentren zu betrachten, rückt DiverseNile die Randzonen als komplexe „Kontakträume" in den Blick.

Mit dem neu entwickelten Konzept der „contact space biography" – das Menschen, Tiere, Technologien und Umwelt gleichermaßen einbezieht – verbindet das Projekt archäologische Feldforschung mit naturwissenschaftlichen Methoden (u. a. Strontium- und Bleiisotopenanalyse) und will so das bislang gängige Verständnis von „nubischen" und „ägyptischen" Fundorten grundlegend revidieren. Das Vorhaben wird im Rahmen von Horizon 2020 gefördert und läuft seit April 2020.

Preis für Gute Lehre 2024

Frau Dr. Räuchle mit der Urkunde und dem Wissenschaftsminister Markus Blume

© StMWK/ Rudi Merkl

Dr. Viktoria Räuchle, Institut für Klassische Archäologie der Fakultät für Kulturwissenschaften, wurde mit dem Preis für gute Lehre 2024 des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand am 31. März 2025 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg statt.

In der Begründung der Jury wurde ihr herausragendes Engagement in der Lehre besonders gewürdigt. Dr. Räuchle setzt gezielt digitale und interaktive Elemente wie Quizzes, hybride Gruppenarbeiten und „Fun Facts“ ein, um ihre Lehrveranstaltungen lebendig und zugänglich zu gestalten. Durch praxisnahe Formate – etwa Exkursionen nach Athen oder Museumsübungen – fördert sie die direkte Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten. Besonders hervorzuheben ist ihre Fähigkeit, antike Themen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen wie „Fake News“ oder Genderdebatten zu verknüpfen.

Mit dem mit 5.000 Euro dotierten Preis werden Lehrende ausgezeichnet, die in besonderem Maße zur Qualität der Hochschullehre beitragen. Die Auswahl erfolgt auf Vorschlag der Universitäten unter Mitwirkung der Studierenden.

Dr. Räuchle über die Ehrung: "Ich freue mich riesig über den Preis für gute Lehre und danke allen, die dazu beigetragen haben, vor allem natürlich unseren großartigen Studierenden. Wenn das jetzt auch noch für mehr Zulauf in der Klassischen Archäologie sorgt, bin ich wunschlos glücklich."

Sonderforschungsbereich Vigilanzkulturen

Der DFG-Sonderforschungsbereich „Vigilanzkulturen“ (SFB 1369) untersucht die Geschichte, kulturellen Varianten und aktuellen Formen des Phänomens der Vigilanz. „Vigilanz“ steht für die Verknüpfung persönlicher Aufmerksamkeit mit überindividuellen Zielen. Dies geschieht alltäglich im Bereich der Sicherheit, des Rechts, des Gesundheitswesens oder auch der Religionen: überall dort, wo wir auf etwas achten, gegebenenfalls auch etwas tun oder melden sollen.

Die Fakultät Kulturwissenschaften war in der ersten Förderrunde bis 2023 mit drei Fächern beteiligt an diesem SFB unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Dürr, Frau Prof. Dr. Götz und Prof. Dr. Neumann.

In der aktuellen zweiten Förderrunde sind Frau Prof. Dr. Eveline Dürr, Frau Prof. Dr. Meiser, Frau Prof. Dr. Vogt und Herr Prof. Dr. Neumann federführend.